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Bing Webmaster Tools einrichten – lohnt sich Bing?

Bing liefert Ergebnisse für Windows, Edge, Copilot, DuckDuckGo und Yahoo. So richten Sie die Bing Webmaster Tools in 15 Minuten ein – mit Sitemap, IndexNow und Bing Places.

Vorhängeschloss auf einer Computertastatur als Symbol für Sicherheit

Kurz gesagt: Ja, Bing lohnt sich – vor allem, weil der Bing-Index nicht nur Bing selbst versorgt, sondern auch Windows, Edge, Copilot, DuckDuckGo und Yahoo. Die Einrichtung der Bing Webmaster Tools dauert rund 15 Minuten: Website aus der Google Search Console importieren, Sitemap prüfen, IndexNow aktivieren und bei lokalen Firmen Bing Places anlegen.

Die meisten Unternehmen kümmern sich nur um Google. Das ist verständlich, aber es verschenkt Sichtbarkeit. Bei Websites, die ich betreue, sehe ich in den Bing Webmaster Tools regelmäßig Seiten, die bei Bing gar nicht oder veraltet im Index stehen – obwohl sie bei Google sauber gefunden werden. Ohne Zugang zu den Bing Webmaster Tools bemerkt das niemand.

Warum Bing wichtiger ist, als es aussieht

Bing ist nicht nur die Suchmaschine auf bing.com. Der Index von Microsoft steckt in vielen Produkten, die Ihre Kunden täglich nutzen:

  • Windows: Die Suche in der Taskleiste zeigt Web-Ergebnisse von Bing.
  • Microsoft Edge: Bing ist dort die voreingestellte Suchmaschine. Viele Firmenrechner nutzen Edge, weil es mit Windows ausgeliefert wird.
  • Microsoft Copilot: Copilot greift für aktuelle Informationen aus dem Web auf Bing zurück.
  • DuckDuckGo und Yahoo: Beide beziehen ihre klassischen Suchergebnisse zu einem großen Teil von Bing.
  • ChatGPT: Nach allem, was öffentlich bekannt ist, nutzt ChatGPT bei der Websuche unter anderem Daten aus dem Bing-Index.

Gerade der letzte Punkt wird wichtiger. Wenn jemand einen KI-Assistenten nach einem Dienstleister in seiner Stadt fragt, kann die Antwort auf Seiten beruhen, die Bing kennt. Ist Ihre Website dort schlecht indexiert, tauchen Sie in diesen Antworten seltener auf.

Schritt 1: Konto anlegen

Öffnen Sie https://www.bing.com/webmasters und melden Sie sich an. Möglich ist das mit einem Microsoft-, Google- oder Facebook-Konto. Ich empfehle ein Firmenkonto, auf das nicht nur eine einzelne Person Zugriff hat.

Schritt 2: Website hinzufügen

Variante A: Import aus der Google Search Console

Das ist der schnellste Weg. Wählen Sie beim Hinzufügen „Import from Google Search Console“ und erlauben Sie den Zugriff. Bing übernimmt dann die bestätigten Websites und die dort eingereichten Sitemaps. Eine eigene Verifizierung ist dabei nicht nötig, weil die Inhaberschaft schon bei Google bestätigt wurde.

Voraussetzung: Sie haben die Website in der Google Search Console als Inhaber bestätigt. Fehlt dieser Zugang, etwa weil eine frühere Agentur ihn hatte, nehmen Sie Variante B.

Variante B: Manuell hinzufügen und verifizieren

Geben Sie die Adresse Ihrer Website ein und wählen Sie eine der Verifizierungsmethoden:

  • XML-Datei: Sie laden die Datei BingSiteAuth.xml herunter und legen sie per FTP ins Hauptverzeichnis der Website.
  • Meta-Tag: Sie fügen einen Tag in den <head> der Startseite ein.
  • DNS: Sie legen einen CNAME-Eintrag bei Ihrem Domain-Provider an.

Der Meta-Tag sieht so aus:

<meta name="msvalidate.01" content="IHR-CODE-VON-BING" />

In WordPress können Sie den Code bei vielen SEO-Plugins in ein eigenes Feld für die Webmaster-Verifizierung eintragen, statt das Theme zu bearbeiten. Wichtig: Datei bzw. Tag dauerhaft drin lassen. Wird beides entfernt, kann die Bestätigung später verloren gehen.

Schritt 3: Sitemap einreichen

Haben Sie aus der Search Console importiert, ist die Sitemap meist schon da. Prüfen Sie das unter „Sitemaps“. Sonst reichen Sie die Adresse manuell ein, typischerweise:

https://www.ihre-domain.de/sitemap.xml
https://www.ihre-domain.de/sitemap_index.xml

Zusätzlich sollte die Sitemap in der robots.txt stehen. Das hilft allen Suchmaschinen:

User-agent: *
Disallow:

Sitemap: https://www.ihre-domain.de/sitemap.xml

Prüfen Sie nach ein paar Tagen, ob Bing die Sitemap erfolgreich gelesen hat und wie viele URLs erkannt wurden.

Schritt 4: IndexNow aktivieren

IndexNow ist ein offenes Protokoll, mit dem Ihre Website Suchmaschinen aktiv Bescheid gibt, wenn eine Seite neu ist, geändert oder gelöscht wurde. Bing muss dann nicht warten, bis der Crawler von selbst vorbeikommt. Unterstützt wird IndexNow unter anderem von Bing und Yandex. Google nutzt IndexNow nicht.

So funktioniert es technisch:

  1. Sie erzeugen einen Schlüssel, z. B. eine zufällige Zeichenfolge aus Buchstaben und Ziffern.
  2. Sie legen eine Textdatei mit genau diesem Schlüssel als Inhalt ins Hauptverzeichnis, z. B. https://www.ihre-domain.de/IHR-SCHLUESSEL.txt.
  3. Bei jeder Änderung wird die URL gemeldet.

Eine einzelne Meldung sieht so aus:

https://api.indexnow.org/indexnow?url=https://www.ihre-domain.de/neue-seite&key=IHR-SCHLUESSEL

Von Hand macht das niemand dauerhaft. Bei WordPress gibt es ein offizielles IndexNow-Plugin von Microsoft, außerdem bringen einige SEO-Plugins eine eigene IndexNow-Funktion mit. Nutzen Sie nur eine Lösung, nicht zwei parallel. Bei eigenen PHP-Anwendungen baue ich die Meldung direkt in die Speicherfunktion ein. In den Bing Webmaster Tools sehen Sie anschließend, welche URLs per IndexNow eingegangen sind.

Schritt 5: Bing Places für lokale Unternehmen

Haben Sie ein Ladenlokal, eine Praxis oder ein festes Einsatzgebiet, legen Sie einen Eintrag bei Bing Places for Business an (https://www.bingplaces.com). Das ist das Gegenstück zum Google-Unternehmensprofil. Bing bietet an, vorhandene Daten aus dem Google-Unternehmensprofil zu importieren. Achten Sie darauf, dass Name, Adresse und Telefonnummer exakt mit Ihrer Website und Ihrem Impressum übereinstimmen.

Welche Berichte sich lohnen

  • Suchleistung: Klicks, Impressionen und Suchbegriffe bei Bing.
  • URL-Prüfung: Zeigt, ob eine bestimmte Seite im Index ist und ob es Probleme gibt.
  • Site Explorer: Übersicht, welche Bereiche Ihrer Website Bing kennt.
  • Empfehlungen bzw. SEO-Berichte: Hinweise auf fehlende Titel, doppelte Beschreibungen und ähnliche Fehler.
  • Backlinks: Welche Websites auf Sie verlinken.

Häufige Fehler

  • Bingbot in der robots.txt oder per Firewall blockiert. Manche Sicherheits-Plugins oder Hoster-Regeln sperren „unbekannte“ Bots zu streng.
  • Falsche Variante verifiziert: mit oder ohne www, http statt https. Die verifizierte Adresse sollte der tatsächlichen Hauptadresse entsprechen.
  • Verifizierungs-Tag beim Theme-Wechsel verloren.
  • Einrichten und vergessen. Schauen Sie mindestens einmal im Monat hinein.

Wann sich Hilfe lohnt

Die Einrichtung schaffen Sie mit dieser Anleitung selbst. Schwieriger wird es, wenn Bing viele Seiten nicht indexiert, Fehler meldet, die Sie nicht zuordnen können, oder wenn IndexNow in eine eigene Anwendung eingebaut werden soll.

Bei WordPress-Websites prüfe ich im WordPress-SEO-Check für 150 € auch die Bing Webmaster Tools mit. Wenn Sie laufende Betreuung für Google und Bing suchen, finden Sie unter SEO-Betreuung den Ablauf – für 500 € im Monat.

Geschrieben von Przemysław Milner

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