KI-Websites: Zurück zu HTML – und alle sehen gleich aus
Erst HTML, dann WordPress, jetzt Websites aus der KI. Technisch sind wir wieder am Anfang – und verlieren unterwegs Design, Lesbarkeit und Inhalte.
Kurz gesagt: Erst gab es handgeschriebene HTML-Seiten, dann WordPress und Baukästen, jetzt Websites aus der KI. Technisch sind wir wieder bei statischem HTML angekommen – das ist nicht das Problem. Das Problem ist, was unterwegs verloren geht: eigenes Design, gute Lesbarkeit, echte Inhalte und die Möglichkeit, die Seite selbst zu pflegen.
Drei Wellen in 25 Jahren
- Handgeschriebenes HTML: Jede Seite war eine Datei. Für jede Textänderung musste man den Webdesigner anrufen.
- WordPress und Baukästen: Endlich konnten Betriebe ihre Inhalte selbst pflegen. Der Preis dafür: Plugins, Pagebuilder, Updates und Sicherheitslücken.
- KI-Websites: Ein Satz Beschreibung, und nach ein paar Minuten steht eine Seite. Heraus kommt oft wieder statisches HTML – nur diesmal ohne jemanden, der sich Gedanken über Ihren Betrieb gemacht hat.
Was KI-Websites gut können
Fairerweise: Die Struktur stimmt oft. Überschriften sind sauber gesetzt, die Seite lädt schnell, und der erste Entwurf kostet fast nichts. Als Skizze oder für einen ersten Test ist das brauchbar.
Woran sie scheitern
- Alle sehen gleich aus. Großer Kopfbereich mit Farbverlauf, drei Karten mit Symbolen, „Warum wir“, Häufige Fragen. Wer drei solcher Seiten gesehen hat, kann sie nicht mehr auseinanderhalten – und erinnert sich an keine davon.
- Schlecht lesbar. Kleine Schrift, hellgrauer Text auf Weiß, lange Zeilen. Auf dem Handy oder für Kunden über 50 wird das schnell anstrengend. Wer sich anstrengen muss, geht.
- Austauschbare Texte. „Maßgeschneiderte Lösungen“, „Ihr zuverlässiger Partner“, „Qualität und Leidenschaft“. Kein Preis, kein Gesicht, kein Beispiel. Solche Sätze passen auf jede Firma – und überzeugen deshalb niemanden.
- Keine echten Fotos. Symbolbilder oder generierte Bilder statt Ihrer Werkstatt, Ihres Teams, Ihrer Arbeit.
- Sie verkauft nicht. Kein klarer nächster Schritt, die Telefonnummer versteckt, keine Bewertungen, keine Referenzen. Eine Website ist ein Verkäufer – und dieser hier sagt nur Allgemeines.
- Niemand kann sie pflegen. Statisches HTML ohne Verwaltung bedeutet: Jede neue Leistung, jede Preisänderung geht wieder über die KI oder einen Entwickler. Genau das Problem, das es vor 20 Jahren schon gab.
Und bei Google?
Google bewertet nicht, ob ein Text von einer KI stammt, sondern ob er hilfreich ist. Genau da liegt die Schwäche: Wenn hundert Seiten fast denselben allgemeinen Text haben, gibt es für Google wenig Grund, ausgerechnet Ihre zu zeigen. Konkrete Leistungen, echte Preise, eigene Erfahrungen und Bewertungen machen den Unterschied.
Also zurück zum Anfang?
Technisch ja, und das ist sogar gut: Schlanker Code ist schnell und sicher. Aber eine gute Website war nie nur Technik. Sie braucht ein Design, das zu Ihrem Betrieb passt, Schrift, die man ohne Brille lesen kann, Texte mit Inhalt und eine Verwaltung, mit der Sie selbst Inhalte ändern, ohne das Layout zu zerstören.
Schnelltest: Ist Ihre Website austauschbar?
- Würde ein Kunde Ihre Seite neben drei Mitbewerbern wiedererkennen?
- Ist der Fließtext auf dem Handy ohne Zoomen gut lesbar?
- Steht auf der Startseite mindestens ein konkreter Preis oder ein echtes Beispiel?
- Sieht man echte Fotos von Ihnen oder Ihrer Arbeit?
- Können Sie einen Text selbst ändern, ohne jemanden zu fragen?
Zwei oder mehr Mal „nein“? Dann verschenkt Ihre Seite Anfragen.
KI als Werkzeug, nicht als Designer
Ich nutze KI selbst – für Entwürfe, zum Prüfen von Code, für Ideen. Aber Design, Texte und Aufbau entstehen bei mir für einen bestimmten Betrieb, nicht aus einer Vorlage für alle. Wie das aussieht und was es kostet, steht unter Preise: Onepager ab 790 €, Website mit SEO ab 1.790 €. Wer bei WordPress bleiben möchte, findet unter WordPress nach Maß den Weg ohne Pagebuilder. Und damit die Seite danach auch gefunden wird, gibt es die SEO-Betreuung.