Ist PHP veraltet? Wie es um PHP im Jahr 2026 steht
PHP gilt als altmodisch, läuft aber auf zwei Dritteln aller Websites. Was am schlechten Ruf dran ist, was modernes PHP kann und warum das eigentliche Risiko alte Versionen sind.
Kurz gesagt: Nein. PHP ist die verbreitetste Sprache für Websites, wird jedes Jahr mit einer neuen Version weiterentwickelt und ist heute deutlich schneller und sauberer als vor zehn Jahren. Veraltet ist oft nicht PHP, sondern die Version, die auf dem Server läuft, und der Code, der vor Jahren dafür geschrieben wurde.
Die Zahlen
Laut W3Techs läuft PHP auf 69,1 % aller Websites, deren Programmiersprache auf dem Server sich erkennen lässt (Stand 7. November 2026). Von diesen PHP-Websites nutzen:
- 66,3 % eine Version 8,
- 26,0 % noch eine Version 7,
- 7,6 % sogar noch Version 5.
Rund ein Drittel aller PHP-Websites läuft also auf Versionen, die schon lange keine Sicherheitsupdates mehr bekommen. Das ist das eigentliche Problem, nicht die Sprache selbst.
Welche Versionen noch unterstützt werden
Jede PHP-Version bekommt zwei Jahre lang Fehlerbehebungen und danach zwei weitere Jahre nur noch Sicherheitsupdates. Stand November 2026 laut php.net:
- PHP 8.2: nur noch Sicherheitsupdates, bis 31. Dezember 2026
- PHP 8.3: nur noch Sicherheitsupdates, bis 31. Dezember 2027
- PHP 8.4: volle Unterstützung bis 31. Dezember 2026, Sicherheitsupdates bis 31. Dezember 2028
- PHP 8.5: volle Unterstützung bis 31. Dezember 2027, Sicherheitsupdates bis 31. Dezember 2029
PHP 8.1 und alle älteren Versionen bekommen keine Updates mehr. PHP 8.6 steht kurz vor der Veröffentlichung, die Testversionen sind bereits verfügbar.
Wenn Ihre Website noch auf PHP 8.2 läuft, endet die Unterstützung also in wenigen Wochen. Auf welche Version Sie dann wechseln sollten, steht im Beitrag PHP 8.2 läuft Ende 2026 aus. Viele Hoster stellen alte Versionen dann automatisch um oder verlangen Aufpreis. Was in dem Fall zu tun ist, steht im Beitrag PHP läuft aus, der Hoster stellt um.
Woher der schlechte Ruf kommt
Der Ruf stammt größtenteils aus der Zeit von PHP 4 und 5, also aus den 2000er- und frühen 2010er-Jahren. Damals war PHP sehr nachsichtig. Man konnte schnell etwas zum Laufen bringen, ohne viel über Struktur oder Sicherheit nachzudenken. Entsprechend sah viel Code aus:
- HTML, Datenbankabfragen und Logik bunt gemischt in einer Datei,
- Eingaben aus Formularen ungeprüft in Datenbankabfragen, was SQL-Injection ermöglichte,
- Funktionen wie
mysql_connect(), die es seit PHP 7 gar nicht mehr gibt, - keine Typen, keine Tests, keine Dokumentation.
Dieser Code läuft teilweise bis heute und prägt das Bild. Dazu kommt, dass PHP sehr leicht zu lernen ist. Das senkt die Einstiegshürde, führt aber auch zu viel Code von Anfängern, der dann jahrelang im Einsatz bleibt.
Was modernes PHP kann
Seit PHP 7 und vor allem seit PHP 8 hat sich die Sprache stark verändert:
- Geschwindigkeit: PHP 7 war deutlich schneller als PHP 5, PHP 8 brachte zusätzlich einen JIT-Compiler.
- Typen: Parameter, Rückgabewerte und Eigenschaften lassen sich genau festlegen. Viele Fehler fallen dadurch schon beim Entwickeln auf statt erst beim Kunden.
- Neue Sprachmittel:
match-Ausdrücke und benannte Argumente (8.0), Enums undreadonly-Eigenschaften (8.1), Property Hooks (8.4) und der Pipe-Operator|>(8.5). - Werkzeuge: Composer für Pakete, PHPUnit für Tests und statische Analyse mit PHPStan oder Psalm sind heute Standard.
- Frameworks: Laravel und Symfony geben größeren Anwendungen eine klare Struktur.
Ein kleines Beispiel, wie anders modernes PHP aussieht:
enum Status: string {
case Offen = 'offen';
case Erledigt = 'erledigt';
}
function markiere(Auftrag $auftrag, Status $status): void {
$auftrag->status = $status;
}
Hier kann niemand versehentlich einen Tippfehler wie 'erledigtt' als Status speichern. PHP meldet den Fehler sofort.
Wann eine andere Sprache besser passt
Ehrlicherweise gibt es Aufgaben, für die ich selbst nicht zu PHP rate: Echtzeitanwendungen mit sehr vielen gleichzeitigen Verbindungen, Datenanalyse und KI-Modelle oder Apps für das Smartphone. Für Websites, Shops, Kundenportale und Firmensoftware im Browser ist PHP dagegen eine sehr solide Wahl, auch weil fast jeder Hoster es anbietet und sich leicht ein Entwickler findet.
Was das für Ihre Website bedeutet
- Version prüfen: Im Kundenbereich Ihres Hosters steht, welche PHP-Version läuft. In WordPress finden Sie sie unter Werkzeuge → Website-Zustand.
- Bei PHP 8.2 oder älter handeln: Planen Sie das Update, bevor der Hoster es erzwingt. Dann bleibt Zeit zum Testen.
- Alten Code ehrlich bewerten: Läuft eine eigene Anwendung noch mit Funktionen aus PHP-5-Zeiten, ist ein reines Versionsupdate oft nicht möglich. Dann muss der Code angepasst werden. Wie das abläuft, steht auf der Seite Altsystem modernisieren.
Häufige Fragen
Wird PHP bald abgeschafft?
Nein. PHP wird von einer großen Gemeinschaft und der PHP Foundation weiterentwickelt und bekommt jedes Jahr gegen Ende des Jahres eine neue Version.
Ist PHP unsicher?
Nicht mehr als andere Sprachen. Unsicher sind veraltete Versionen und schlecht geschriebener Code, etwa ungeprüfte Eingaben in Datenbankabfragen. Aktuelles PHP mit sauberem Code ist sicher.
Sollte ich meine PHP-Anwendung in eine andere Sprache umschreiben lassen?
Meist nicht. Ein Neubau in einer anderen Sprache kostet viel und bringt neue Fehler. In den meisten Fällen ist es günstiger, den vorhandenen Code auf eine aktuelle PHP-Version zu bringen und Schritt für Schritt aufzuräumen.
PHP-Version aktualisieren lassen
Ihre Website läuft noch auf PHP 7 oder 8.1 und Sie wissen nicht, ob ein Update etwas kaputt macht? Ich prüfe vorher, was angepasst werden muss, und stelle dann auf eine aktuelle Version um. Das PHP-Update beginnt ab 690 € netto, ein vorheriger Check kostet 150 € netto. Für alles rund um eigene PHP-Anwendungen siehe PHP-Entwickler.