PHP 7.4 / 8.0 / 8.1 läuft aus – was tun, wenn der Hoster umstellt?
Ihr Hoster kündigt die Umstellung von PHP 7.4, 8.0 oder 8.1 an oder verlangt einen Aufpreis? So prüfen Sie die Kompatibilität und stellen ohne Ausfall um.
Kurz gesagt: PHP 7.4, 8.0 und 8.1 bekommen keine Sicherheitsupdates mehr. Hoster stellen solche Versionen deshalb nach und nach um oder verlangen einen Aufpreis für den Weiterbetrieb. Ignorieren Sie die E-Mail nicht. Prüfen Sie, welche Version Ihre Website nutzt, testen Sie die neue PHP-Version auf einer Kopie und stellen Sie erst um, wenn dort alles läuft.
Die E-Mail kommt meist unspektakulär daher, irgendwo zwischen Rechnung und Newsletter. Wer sie übersieht, merkt es erst, wenn die Website plötzlich weiß bleibt oder das Kontaktformular keine Anfragen mehr verschickt. Das lässt sich vermeiden – mit etwas Vorlauf und der richtigen Reihenfolge.
Wann endet der Support für PHP 7.4, 8.0 und 8.1?
Jede PHP-Version wird nur eine begrenzte Zeit mit Sicherheitsupdates versorgt. Danach werden neu entdeckte Lücken nicht mehr geschlossen. Für die drei Versionen, die noch auf vielen Websites laufen, gilt:
- PHP 7.4: keine Sicherheitsupdates mehr seit 28.11.2022
- PHP 8.0: keine Sicherheitsupdates mehr seit 26.11.2023
- PHP 8.1: keine Sicherheitsupdates mehr seit 31.12.2025
Alle drei sind also bereits ohne offizielle Sicherheitsupdates. Läuft Ihre Website noch darauf, ist sie nicht sofort kaputt – aber sie läuft auf einer Grundlage, die niemand mehr repariert.
Was der Hoster Ihnen typischerweise schreibt
Die Formulierungen unterscheiden sich, der Inhalt ist meist einer dieser drei Fälle:
- Automatische Umstellung: „Ab dem [Datum] stellen wir alle Websites mit PHP 7.4 automatisch auf eine aktuelle Version um.“ Danach läuft Ihre Website mit der neuen Version – ob der Code dafür bereit ist oder nicht.
- Weiterbetrieb gegen Aufpreis: „Für veraltete PHP-Versionen berechnen wir ab [Datum] eine zusätzliche monatliche Gebühr.“ Viele Hoster bieten das als verlängerten Support an. Die Kosten fallen je nach Anbieter und Tarif sehr unterschiedlich aus und werden oft pro Paket oder pro Website berechnet.
- Hinweis ohne festes Datum: „Ihre Website nutzt eine veraltete PHP-Version. Bitte aktualisieren Sie zeitnah.“ Das ist die freundlichste Variante – und die, die am häufigsten liegen bleibt.
Der Aufpreis kann sinnvoll sein, um Zeit zu gewinnen. Als Dauerlösung zahlen Sie aber jeden Monat für eine Version, die vom PHP-Projekt selbst nicht mehr gepflegt wird. Irgendwann steht die Umstellung trotzdem an.
Was bei der Umstellung kaputtgehen kann
Ein Wechsel innerhalb einer Reihe, etwa von 8.1 auf 8.2, ist meist harmlos. Der Sprung von 7.4 auf 8.x ist größer. Typische Ursachen für Fehler:
- Entfernte Funktionen:
each()undcreate_function()gibt es seit PHP 8.0 nicht mehr. Noch älterer Code nutzt manchmalmysql_connect()– diese Funktionen fehlen schon seit PHP 7.0. - Strengere Typprüfung: Viele eingebaute Funktionen werfen seit PHP 8.0 einen Fehler, wenn sie falsche Parametertypen bekommen. Ein Beispiel ist
count()auf einen Wert, der kein Array ist. - Veraltete Plugins und Themes: Bei WordPress, TYPO3 oder Shop-Systemen liegt das Problem oft nicht im Kern, sondern in einer Erweiterung, die seit Jahren kein Update bekommen hat.
- Neue Hinweise: Ab PHP 8.2 erscheinen zum Beispiel Meldungen zu dynamischen Eigenschaften („Creation of dynamic property … is deprecated“). Sie legen die Website nicht lahm, füllen aber das Fehlerprotokoll.
Schritt 1: Den Ist-Stand prüfen
Bevor Sie etwas ändern, verschaffen Sie sich einen Überblick:
- PHP-Version: Steht im Kundenbereich Ihres Hosters, meist pro Domain oder pro Verzeichnis. In WordPress zeigt sie auch „Werkzeuge → Website-Zustand → Bericht“.
- CMS-Version: Ist WordPress, TYPO3 oder Ihr Shop-System selbst aktuell? Alte Versionen unterstützen neue PHP-Versionen oft gar nicht.
- Erweiterungen: Welche Plugins, Themes oder Erweiterungen sind installiert, und wann gab es das letzte Update?
- Eigener Code: Gibt es selbst programmierte Teile, Schnittstellen oder ein individuelles Theme? Die sind meist der aufwendigste Teil.
Für eigenen PHP-Code gibt es Werkzeuge, die den Code automatisch auf Inkompatibilitäten prüfen, zum Beispiel PHPCompatibility für PHP_CodeSniffer. Sie finden viel, aber nicht alles. Ein echter Test ersetzt das nicht.
Schritt 2: Eine Testkopie anlegen
Ändern Sie die PHP-Version nicht direkt auf der Live-Website. Legen Sie eine Kopie an:
- Vollständige Sicherung von Dateien und Datenbank.
- Kopie auf einer Subdomain, etwa
test.ihre-domain.de, mit eigener Datenbank. - Kopie vor Besuchern und Suchmaschinen schützen, am besten per Passwort.
- Bei Shops und Formularen den Mailversand und Zahlungsanbieter auf Testmodus stellen, damit keine echten Kunden E-Mails bekommen.
Bei den meisten Hostern können Sie die PHP-Version für die Subdomain getrennt einstellen. So testen Sie unter denselben Bedingungen wie später live.
Schritt 3: Die richtige Reihenfolge
- Auf der Kopie zuerst CMS, Plugins und Themes aktualisieren – noch mit der alten PHP-Version. Neue Versionen der Erweiterungen sind oft schon für neuere PHP-Versionen vorbereitet.
- Fehlerprotokoll einschalten:
log_errorsan,display_errorsaus. Bei WordPress schreibenWP_DEBUGundWP_DEBUG_LOGdie Meldungen inwp-content/debug.log. - PHP-Version auf der Kopie umstellen. Bei großen Sprüngen gehe ich gern schrittweise vor, um Fehler klar einer Version zuordnen zu können.
- Alles durchklicken: Startseite, Unterseiten, Kontaktformular, Login, Suche, Warenkorb und Bestellung, Admin-Bereich, PDF-Erzeugung, Cronjobs.
- Fehler beheben und das Protokoll erneut prüfen, bis es ruhig ist.
- Live umstellen: dieselben Updates einspielen, dann PHP umstellen – zu einer Zeit mit wenig Besuchern.
- Einige Tage beobachten: Fehlerprotokoll prüfen, Formulare testen, auf Rückmeldungen von Kunden achten.
Halten Sie einen Rückweg bereit. Solange der Hoster die alte Version noch anbietet, lässt sich die Umstellung im Notfall im Kundenbereich zurücknehmen. Nach einer erzwungenen Umstellung geht das oft nicht mehr – ein Grund mehr, früh zu handeln.
Welche Version soll es werden?
Wählen Sie eine Version, die noch aktiv gepflegt wird und die Ihr CMS und Ihre Erweiterungen offiziell unterstützen. Springen Sie nicht nur eine Version weiter, wenn es sich vermeiden lässt. Auch neuere Versionen haben ein Ablaufdatum, und jede Umstellung kostet Zeit. Je weiter Sie jetzt gehen, desto länger haben Sie Ruhe.
Typische Fehler
- Die E-Mail aufschieben, bis der Stichtag da ist. Dann fehlt die Zeit für einen Test.
- Direkt live umstellen und hoffen, dass es gut geht.
- Nur die Startseite prüfen. Fehler zeigen sich oft erst im Formular, im Checkout oder beim nächtlichen Cronjob.
- Fehlermeldungen ausblenden, statt sie zu beheben. Das verschiebt das Problem nur zum nächsten Update.
- Dauerhaft den Aufpreis zahlen, ohne einen Plan für die Umstellung.
Wann Sie Hilfe brauchen
Eine aktuelle WordPress-Website mit gepflegten Plugins stellen viele Betreiber selbst um. Schwieriger wird es bei individuellem Code, bei Erweiterungen, die nicht mehr gepflegt werden, oder wenn der Hoster schon umgestellt hat und die Website nicht mehr läuft.
Ich übernehme die Umstellung auf einer Testkopie, behebe die Fehler und gehe erst live, wenn alles funktioniert. Wie das bei einer Hoster-Umstellung abläuft, steht unter PHP-Umstellung beim Hoster. Muss Ihr Code für die neue Version umfassender angepasst werden, finden Sie Ablauf und Preise unter PHP-Update (ab 690 €).