Bahnhofstraße 22, 52134 Herzogenrath Montag - Freitag: 8:00 - 16:30 kontakt@milnersoftware.de 0176 66798849

Aktuelles · Tipps · · 6 Min. Lesezeit

Website wird bei Google nicht gefunden – Ursachen und Lösungen

Ihre Website taucht bei Google nicht auf? Meist steckt eine von acht Ursachen dahinter – vom vergessenen Häkchen in WordPress bis zum Relaunch ohne Weiterleitungen. So finden Sie sie.

Zwei Personen besprechen eine Website am Laptop

Kurz gesagt: Prüfen Sie zuerst mit site:ihre-domain.de bei Google, ob überhaupt Seiten im Index sind. Sind es null, liegt es fast immer an einer technischen Sperre: dem Häkchen „Suchmaschinen davon abhalten“ in WordPress, einem noindex im SEO-Plugin oder einer falschen robots.txt. Sind Seiten im Index, aber Sie werden nicht gefunden, geht es um Inhalt, Alter der Domain, Weiterleitungen und Ihr Google-Unternehmensprofil.

„Wir sind bei Google nicht zu finden“ ist eine der häufigsten Anfragen, die ich bekomme. Dahinter stecken zwei ganz verschiedene Probleme. Entweder kennt Google die Seite gar nicht – oder Google kennt sie, zeigt sie aber nicht weit oben an. Das Erste ist meist schnell behoben. Das Zweite braucht Zeit.

Schritt 1: Kennt Google Ihre Website überhaupt?

Geben Sie bei Google ein:

site:ihre-domain.de
  • Keine Ergebnisse: Die Seite ist nicht im Index. Lesen Sie die Ursachen 1 bis 5.
  • Nur wenige Ergebnisse: Ein Teil der Seiten ist gesperrt oder wird nicht als wertvoll eingestuft.
  • Alle Seiten da: Die Indexierung funktioniert. Es geht um Ranking – Ursachen 6 bis 8.

Die site:-Abfrage ist ein schneller Anhaltspunkt, aber keine exakte Zählung. Verlässliche Zahlen liefert die Google Search Console.

Ursache 1: Das Häkchen „Suchmaschinen davon abhalten“

In WordPress gibt es unter Einstellungen → Lesen die Option Sichtbarkeit für Suchmaschinen mit dem Häkchen „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“. Während der Entwicklung wird es oft gesetzt – und beim Livegang vergessen. WordPress gibt dann ein noindex an Suchmaschinen aus.

Prüfen und entfernen dauert eine Minute. Bei Seiten, die eine Agentur gebaut hat, ist das die erste Stelle, an der ich nachsehe.

Ursache 2: noindex im SEO-Plugin

Yoast SEO, Rank Math und ähnliche Plugins können einzelne Seiten oder ganze Inhaltstypen auf noindex setzen. Ein falscher Klick bei „Seiten“ oder „Beiträge“, und Google lässt alles weg. Prüfen Sie im Quelltext einer Seite (Rechtsklick → Seitenquelltext anzeigen), ob dort so etwas steht:

<meta name="robots" content="noindex, follow">

Auch der Server kann noindex senden, unsichtbar im HTTP-Header. Das sehen Sie mit:

curl -I https://ihre-domain.de/

Steht dort X-Robots-Tag: noindex, kommt die Sperre aus der Server-Konfiguration oder einem Plugin.

Ursache 3: robots.txt sperrt alles

Rufen Sie ihre-domain.de/robots.txt auf. Steht dort Folgendes, dürfen Suchmaschinen nichts abrufen:

User-agent: *
Disallow: /

Eine sinnvolle robots.txt für WordPress sieht eher so aus:

User-agent: *
Disallow: /wp-admin/
Allow: /wp-admin/admin-ajax.php

Sitemap: https://ihre-domain.de/wp-sitemap.xml

Wichtig: Die robots.txt steuert das Abrufen, nicht das Indexieren. Eine gesperrte Seite kann trotzdem ohne Beschreibung in Google auftauchen. Und eine Seite, die Google nicht abrufen darf, kann Google auch kein noindex mitteilen. Kombinieren Sie beides also nicht.

Ursache 4: Keine Sitemap

Eine XML-Sitemap ist eine Liste aller Seiten, die Google kennen soll. Ohne Sitemap findet Google Seiten nur über Links. Das funktioniert, dauert aber länger – besonders bei neuen Websites mit wenigen Links von außen.

WordPress erzeugt selbst eine Sitemap unter /wp-sitemap.xml. SEO-Plugins ersetzen sie meist durch eine eigene, bei Yoast etwa /sitemap_index.xml. Reichen Sie die Adresse in der Search Console unter Sitemaps ein und prüfen Sie, ob der Status „Erfolgreich“ lautet.

Ursache 5: Die Domain ist neu

Eine neue Domain ist für Google ein unbeschriebenes Blatt. Bis die ersten Seiten im Index sind, können Tage bis Wochen vergehen. Gute Plätze für umkämpfte Begriffe dauern meist Monate. Mit Search Console und Sitemap beschleunigen Sie den ersten Schritt. Links aus Branchenverzeichnissen, von Partnern oder Ihrer Kammer helfen beim zweiten.

Ursache 6: Relaunch ohne Weiterleitungen

Eine neue Website, neue Adressen – und die alten Seiten, die Google jahrelang kannte, liefern plötzlich Fehler 404. Damit gehen die Positionen verloren, die die alten Seiten aufgebaut hatten. Das ist einer der häufigsten Gründe für einen plötzlichen Einbruch nach einem Relaunch.

Die Lösung sind 301-Weiterleitungen von jeder alten auf die passende neue Adresse. Auf Apache-Servern zum Beispiel in der .htaccess:

Redirect 301 /leistungen.html https://ihre-domain.de/leistungen/
Redirect 301 /kontakt.php https://ihre-domain.de/kontakt/

Leiten Sie nicht alles pauschal auf die Startseite um. Google behandelt das oft wie einen Fehler.

Ursache 7: Zu wenig Inhalt

Eine Startseite mit drei Sätzen, eine Leistungsseite mit Stichpunkten, sonst nur Impressum und Datenschutz – das reicht selten. Google muss erkennen können, was Sie anbieten, wo und für wen. In der Search Console sehen Sie solche Seiten oft mit dem Status „Gecrawlt – zurzeit nicht indexiert“.

Besser: eine eigene Seite pro Leistung, mit konkreten Angaben zu Ablauf, Einsatzgebiet und typischen Fragen Ihrer Kunden. Schreiben Sie so, wie Ihre Kunden suchen, nicht so, wie Ihre Branche intern spricht.

Ursache 8: Kein Google-Unternehmensprofil

Bei Suchen wie „Elektriker Aachen“ zeigt Google oft zuerst eine Karte mit Firmen. Diese Einträge kommen aus dem Google-Unternehmensprofil (früher „Google My Business“), nicht aus Ihrer Website. Ohne Profil sind Sie dort nicht dabei – egal wie gut die Website ist. Legen Sie das Profil an, bestätigen Sie es und pflegen Sie Kategorien, Öffnungszeiten und Leistungen. Die Adresse sollte überall gleich geschrieben sein.

So prüfen Sie es in der Google Search Console

  1. Melden Sie die Domain in der Search Console an und bestätigen Sie sie, am einfachsten per DNS-Eintrag.
  2. Öffnen Sie unter Indexierung den Bericht Seiten. Dort steht, warum Seiten nicht indexiert sind, etwa „Durch ‚noindex‘-Tag ausgeschlossen“, „Durch robots.txt-Datei blockiert“ oder „Gefunden – zurzeit nicht indexiert“.
  3. Geben Sie oben eine einzelne Adresse in die URL-Prüfung ein. Sie sehen, ob die Seite im Index ist und ob Google sie abrufen darf.
  4. Haben Sie den Fehler behoben, klicken Sie dort auf „Indexierung beantragen“.
  5. Reichen Sie unter Sitemaps Ihre Sitemap ein.

Häufige Fehler

  • Nach jeder kleinen Änderung immer wieder „Indexierung beantragen“ – das beschleunigt nichts.
  • Die Staging-Kopie offen im Netz lassen, sodass Google doppelte Inhalte findet.
  • Beim Relaunch die alte Search-Console-Property löschen, statt sie weiter zu beobachten.
  • SEO-Plugin wechseln, ohne die Einstellungen zu übertragen.

Wann Sie Hilfe brauchen

Die Ursachen 1 bis 4 können Sie mit dieser Anleitung oft selbst finden. Schwieriger wird es, wenn mehrere Dinge zusammenkommen, ein Relaunch schon Monate zurückliegt oder die Seite zwar im Index ist, aber nicht vorankommt.

Bei WordPress-Seiten mache ich zuerst einen SEO-Check für 150 €: technische Sperren, Indexierung, Weiterleitungen und Inhalte, mit einer klaren Liste, was zu tun ist. Mehr dazu unter WordPress SEO. Wenn Sie langfristig Unterstützung für Inhalte und Sichtbarkeit wollen, finden Sie die laufende Betreuung (500 € im Monat) unter SEO.

Geschrieben von Przemysław Milner

Weitere Beiträge

Przemysław Milner Tipps

WordPress ist nicht schlecht – nur schlecht gebaut

Langsam, unsicher, ständig kaputt? Meist liegt das nicht an WordPress, sondern an Pagebuildern, Plugin-Chaos und Multipurpose-Themes. Was ein eigenes Theme anders macht.

Weiterlesen

Przemysław Milner Tipps

WordPress gehackt? So erkennen Sie es

Fremde Seiten bei Google, Weiterleitungen nur auf dem Handy, unbekannte Admins: Diese sechs Anzeichen zeigen, ob Ihre WordPress-Seite gehackt wurde – und was Sie sofort tun sollten.

Weiterlesen